Die Disziplinen und Regeln im Trabrennsport

Trabrennen werden auf zwei verschiedene Arten ausgetragen, beritten oder in Anspannung. In Trabreiten sitzt der Jockey im Sattel des Pferdes, in Trabfahren lenkt er das Pferd hinter demselben vom Sulky aus. In beiden Fällen verläuft alles nach dem gleichen Prinzip. Das Pferd muss die ganze Rennstrecke in der gleichen speziellen Gangart durchlaufen: dem Trab. Das Geläuf der meisten Trab-Pisten besteht aus Asche (Schlacke) oder aus Sand. Auf jenen Bahnen, auf welchen mehrere Disziplinen ausgetragen werden, veranstaltet man die Rennen auf Graspisten.

 

Die Reglemente sind sehr streng. Ein Pferd wird disqualifiziert, falls ihm folgende Fehler unterlaufen:

  • Wenn es am Start mehr als 12 unerlaubte Schritte läuft
  • Wenn es während des Rennens mehr als 10 irreguläre Schritte geht
  • Wenn es im Ziel einen Galoppsprung oder 5 unerlaubte Schritte macht

 

Vor dem Rennen

Die Jockeys müssen sich vor jedem Trabreiten bei der Waage einfinden. Ihr Gewicht darf nicht unter einem Mindestgewicht liegen, das nach dem Niveau des Reiters (Lehrling, Stallangestellter mit wenig Siegen oder Berufsjockey) oder der Art des Rennens festgesetzt wird. Nach dem Auswiegen zeigt ein rotes Signal den Beginn der Annahme von Wetten an. Man sagt, das rote Startsignal wurde angezeigt. Alle Konkurrenten können sich vor dem Rennen auf der Piste aufwärmen, sogenannte "Heats" absolvieren. Die Zuschauer können somit die Konkurrenten verfolgen. Dies erlaubt den Wettern, vor dem Spielen die Form der Pferde einzuschätzen und ihre Entscheidungen besser zu treffen.

 

Der Start

In Intervallen von 6 und von 3 Minuten vor dem Start eines Rennens ertönt ein Signal, das anzeigt, dass nur noch Pferde, welche am nächsten Rennen teilnehmen, auf der Piste verbleiben dürfen. Sie befinden sich unter "Starters Order". In gewissen Rennen laufen bestimmte Pferde, jene mit den höchsten Gewinnsummen, mit einem Handicap. Sie müssen eine grössere Distanz durchlaufen. In diesem Fall starten sie 25 Meter (manchmal 50 Meter) hinter ihren Gegnern.

 

In den Trabrennen bestehen drei verschiedene Start-Methoden:

  • Autostart:
    Die Pferde (maximal 18) reihen sich in zwei Linien zu je neun Konkurrenten hinter einem Auto mit zwei zurückklapparen Flügeln auf. Das Fahrzeug setzt sich in Bewegung, und die Pferde nehmen hinter den Flügeln ihre zugewiesenen Positionen ein. Das Auto beschleunigt, die Flügel werden eingezogen, und das Fahrzeug verlässt die Piste. Die Pferde starten somit fliegend.

  • Bänderstart:
    Die Pferde (maximal 20) stellen sich senkrecht zur Piste auf und fahren zwischen den über die Piste gezogenen Bänder ein. Die Konkurrenten drehen nun ab. Sobald die elastischen Bänder losgelassen werden, können die Pferde starten.

  • Die Lichtschranke:
    Das System ist eine Weiterentwicklung des Bänderstarts. Ein fotoelektrische Lichtstrahl ersetzt das Band. Kein Pferd kann vor dem Startzeichen die Schranke passieren, ohne einen Fehlstart zu verursachen. Erst nach den erteilten Startbefehlen können die Konkurrenten die Startlinie überschreiten.

 

Das Rennen

Nur einige Momente, wenige intensive Minuten, dauert ein Rennen. Damit man den Rennverlauf besser verfolgen kann, ist es vorteilhaft, sich zuvor die Farben der Renndresse und Kappen der auserwählten Teilnehmer eingeprägt zu haben.

 

Der Jockey (oder Fahrer) kann zwei verschiedene Taktiken für das Rennen auswählen:
Das Rennen von der Spitze aus: Dabei übernimmt er vom Rennbeginn an die Spitze und versucht, bis ins Ziel zu führen. Diese Taktik passt gewissen Pferden mit viel Stehvermögen, die aber über keinen Schluss-Speed verfügen.

 

Das Rennen auf Warten: Zuerst wird das Pferd mitten im Feld zurückgehalten, um es anfänglich zu schonen. Im richtigen Augenblick gilt es zu attackieren, die anderen Konkurrenten zu überraschen und am Schluss mit Speed in den Endkampf einzugreifen.

 

Im Ziel

Das Ziel befindet sich vor der Haupttribüne. Die Pferde passieren den Zielpfosten. An dieser Stelle wird das Zielfoto, eigentlich ein Zielfilm, erstellt. Das Zielfoto ermöglicht es, bei umstrittenen Finishs die Konkurrenten auseinander zu halten. Gleich nach der Zielankunft der Pferde wird ein provisorisches Klassement durch den "Zielrichter" erstellt und bekannt gegeben.

 

Folgende drei Fälle können sich einstellen, bei welchen die Bekanntgabe des offiziellen Klassements verzögert wird.

  1. Die Pferd haben den Zielpfosten gleichzeitig passiert, und es ist schwierig sie zu klassieren. In diesem Fall braucht der Zielrichter das Zielfoto, um die Reihenfolge festzustellen. Wenn zwei Pferde nicht auseinander gehalten werden können, die gleichzeitig einliefen, stellt man "Totes Rennen" fest, und die Pferde werden im gleichen Rang klassiert.

  2. Ein Protest eines Jockeys oder eines Trainers wurde erhoben. In diesem Fall wird der Film des Rennens nochmals genau betrachtet und die Rennleitung entscheidet, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen. Sanktionen können gegen einen Konkurrenten erhoben werden (Deklassierung, Busse, Disqualifikation).

  3. Wenn Zweifel über den regulären Ablauf des Rennverlaufs oder über das Verhalten eines Pferdes bestehen, kann die Rennleitung eine Untersuchung anordnen.

Sobald alle Elemente der Beurteilung abgeschätzt wurden, wird das Klassement veröffentlicht. Man sagt, der "Einlauf wurde bestätigt". Der definitive Einlauf wird somit bekannt gegeben.

 

Quelle: PMU Romand